28. Februar 2017 Business | Manuela Bach | 0 Kommentare

Die Arbeits-Weisen

Die Arbeits-Weisen
Wir alle kennen die 5 Wirtschaftsweisen, die ab und an zu Rate gezogen werden, oder sich einmal im Jahr zur Wirtschaft äußern. Sie genießen automatisch Respekt, weil sie die Bezeichnung „die Weisen“ in ihrem Titel tragen.
Glaubt man den Veröffentlichungen über den Stand der Fachkräfte, wird es in den nächsten Jahren eng werden. Gleichzeitig ist es für Menschen ab 50 schwierig in neue Jobs zu kommen.

Wie wäre es, wenn wir sie nicht mehr 50 + sondern „Die Arbeits-Weisen“ nennen?

Würde es nicht den Kern besser treffen?
Denn mit Sicherheit hat diese Klientel einen Erfahrungsschatz, den sie teilen oder zumindest einbringen kann. Sehen wir uns andere Kulturen an, dort ist der Stand von älteren Menschen ungleich wertvoller, als in unserer westlichen Welt. Bei uns herrscht der Jugendwahn. Klar ist es schön jung und dynamisch zu sein, keine Frage. Doch, und hier werden Sie mir zustimmen, wenn Sie bereits über 50 sind, gibt es sehr wertvolle Erfahrungen und auch Wissen in diesem Lebensabschnitt, die Sie nicht mehr für die Jugendlichkeit eintauschen möchten. Klar, am liebsten wäre uns allen wahrscheinlich beides. Jung aussehen und den Erfahrungsschatz der über 50 jährigen zu haben. Geht leider nicht, das wissen wir alle.

Wenn ich in meinem Freundeskreis die „Jungen“ beobachte, habe ich doch ab und an das Gefühl, dass es für diese Altersgruppe auch beruhigend ist, gestandene, ältere Menschen um sich zu haben. Es vermittelt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Im Job ist es ähnlich, nur frage ich: „Wer darf das zeigen?“
Die Jungen sind in eine Position gedrängt, in der sie ständig unsere Welt neu erfinden sollen, alle Tools locker beherrschen und natürlich alles wissen sollen.

Die Älteren hingegen müssen ständig so tun, als ob sie beim Tempo der Jungen locker mithalten, und oft wird Erfahrung als lästig oder bremsend bezeichnet. Das ist doch Quatsch.

Die Mischung macht´s!

Stellen Sie sich eine Spielplatz-Situation vor. Die Kinder toben und probieren unter dem wachsamen Blick der Eltern alles Mögliche aus. Zudem haben die meisten Spielplätze eine Eingrenzung. Wenn Sie dieses Bild nun auf den Arbeitsbereich projizieren, wäre es die ideale Situation für alle Beteiligten. Lassen wir doch den Jungen die Dynamik und ihre Erfahrungen sammeln und den Älteren den Bereich der Souveränität und ihren Erfahrungsschatz.

Es kostet so viel Energie, als „Junger“ so tun zu müssen, als hätte er schon die ganze Welt verstanden und die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die Älteren wiederum könnten ihre Energie, die sie in Pseudo Jugendlichkeit stecken, lieber in Souveränität und Weitblick umwandeln, ohne sich abgehängt zu fühlen. Allerdings sei hier für die Älteren erwähnt: Ideen oder Vorschläge abzuschießen, nur weil sie von Jüngern gemacht werden oder neu sind, ist einfach doof. Auch für die Jüngeren gilt: Nur weil ein Älterer einen Vorschlag macht, ist er noch lange nicht am Trend vorbei oder langweilig. Zuhören und abwägen wäre für beide Seiten ein Gewinn.

Dies hängt natürlich in erster Linie mit der jeweiligen Unternehmenskultur und den Medien zusammen.

Ach wäre es schön, wenn wir das hinkriegen könnten.
Finden Sie nicht auch?
Ich bin dafür, dass wir ab sofort ältere Mitarbeiter „Die Arbeits-Weisen“ nennen.

Einfach mal anders
Manuela Bach: eyewall



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