14. März 2017 Gesellschaft | Manuela Bach | 11 Kommentare

Sehr geehrte Frau…..Da stimmt was nicht!

Verwirrung ist stets der Beginn kreativen Wandels.
(Thomas Weiss)

Und verwirrt bin ich seit einigen Jahren mit dem Thema Herr und Frau. Warum steht auf Briefen Herr Sowieso und Frau Sowieso?

Warum ist ein Mann ein Herr und eine Frau keine Dame?

Seit Jahren geht mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf.
Ich fange mal von vorne an, damit Sie mir folgen können.

Spricht man wertschätzend von einem Mann sagt man Herr. Spricht man wertschätzend von einer Frau, sagt man Dame.
Nun frage ich Sie: Warum heißt es in der direkten Ansprache oder in der Post:
Herr Sowieso und Frau Sowieso?
Um der Frau den gleichen Rang, bzw. Wertschätzung entgegenzubringen, müsste es folgerichtig Dame Sowieso heißen? In der Formulierung sehr geehrte Damen und Herren wird es gemacht.

Warum nicht in der Einzelansprache?
In anderen Ländern geht es auch. Señor und Señora, Monsieur und Madame.
Okay in Österreich heißt es gnädige Frau, wobei ich nicht immer gnädig sein möchte, denn bei mir sind auch schon Menschen in Ungnade gefallen, aber das ist ein anderes Thema.
Sollten wir einfach anfangen in den Briefen Dame Sowieso zu schreiben – ich hätte damit kein Problem. Wir können das einfach ändern. Machen Sie doch einfach mit und schreiben ab sofort an die Dame Sowieso!

Stellen Sie sich vor, der nächste Brief an Sie wäre an Dame ……adressiert.

Ungewohnt aber nicht schlecht. Was meinen Sie? In der direkten Ansprache ist für uns sehr ungewohnt, aber wenn wir die Gleichstellung und Wertschätzung mit ins Boot der Betrachtung nehmen, wäre es nur konsequent. „Herr Müller und Dame Maier sitzen im Meeting.“  Lassen wir es doch mal einfach wirken, und es uns auf der Zunge zergehen.
Wir können das selbst ändern, nur weil es bisher noch niemand gemacht hat, kann nicht das Argument sein, sonst würden wir ja auch immer noch in der Höhle sitzen.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass Frauen im Berufsleben lange nicht vorkamen. Die Frau war zuhause. Aber das liegt doch nun wirklich hinter uns.

„ Wenn Sie immer das tun, was Sie bisher getan haben, werden Sie auch immer das bekommen, was Sie bisher bekommen haben.“
(A. Robbins)

Also meine Damen (sehen Sie da geht´s )

MITMACHEN

Machen Sie doch bei dem Querdenker – und Wertschätzungsprojekt der eyewall einfach mit und ersetzen in der schriftlichen Anrede ganz einfach Frau durch Dame. Wir haben gewisse Dinge selbst in der Hand.

Berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen.

Einfach mal anders!

Manuela Bach: eyewall



11 Kommentare zu “Sehr geehrte Frau…..Da stimmt was nicht!”

  1. Liebe Dame Bach! Wir machen mit und stellen gleich mal um! Mit größtem Vergnügen bin ich Ihren Überlegungen gefolgt und es haben sich neben den Visionen von irritierten Briefempfänger(n)innen – ja – wir denken und formulieren noch, drucken auf Papier, lesen nochmal drüber, falten, schließen vorsichtig schöne Kuverts und schauen, dass die Briefmarke auch am rechten Platz sitzt (aber das mit den Ritualen ist ja auch ein anderes Thema…) ganze Höhlenlandschaften in meinem Kopf aufgetan. Unglaubliche Bilder, die mich noch mehr zum Schmunzeln brachten. Es ist Frühling – die richtige Zeit die ein oder andere geistige Höhle verlassen! Werte (auch ein schönes Thema) Dame Bach – funktioniert ja auch papierfrei per Mail – ich freue mich schon darauf ebenfalls zahlreiche Damen (und auch Herren) zum Schmunzeln zu bringen und aus ihren Höhlen zu locken… Mal schauen, wen wir draußen treffen werden. „eyewall“ hängt Dienstags immer am Firmen-Kühlschrank – ausgeduckt, denn auch die, die nicht am Rechner sitzen (bei uns gibt es noch welche) brauchen Nahrung fürs Hirn…

    1. Manuela Bach sagt:

      Sehr geehrter HERR Vogelei,
      wundervoll, wenn solch eine Reaktion kommt, besonders bei Dingen die wir wirklich selbst einfachst ändern können.
      Da wurde der Name eyewall dem Blog gerecht, aufwirbeln und einfach mal anders! Das Gehirn mit neuen Denkmustern ausstatten.
      Freue mich sehr

  2. mfeistel sagt:

    Der Ausdruck „Sehr geehrte Dame…“ erzeugt für mich keine erhöhte Wertschätzung für meine Person.
    Eher ein extrem ungutes Gefühl.
    Hat ggf. mit der Assoziation Dame=>dämlich zu tun.
    Ich als Frau fühle mich mit der Anrede Frau … wohl. Briefanreden mit „Sehr geehrte Dame … “ lehne ich für mich ab.
    Aber warum diskutieren wir über die Anrede Frau zu Dame und machen nicht den „Herr …“ zu „Mann…“?!?
    Oder gilt dann doch Herr=>herrlich?!?
    MF

    1. Manuela Bach sagt:

      Hallo,
      natürlich können wir auch über Herr = Mann diskutieren. Mir ging es in erster Linie darum ein verbales Gefälle im Alltag aufzuzeigen. Da die Frauen sobald sie in der Mehrzahl sind, mit dem Wort Damen begrüßt werden, fand ich es naheliegend die auch als Einzelperson so anzusprechen.
      Manuela

      1. mfeistel sagt:

        Guten Tag Dame Bach!

        Ist diese Anrede ernsthaft von Dir gewünscht, Manuela?

        1. Manuela Bach sagt:

          Hallo,
          durch meinen Beruf als Innnovationscoach arbeite ich mit dem Mittel der Irritation, dies scheint gelungen zu sein. Ich wollte einfach mal zeigen wie man etwas ganz alltägliches betrachten kann. Es gibt Unternehmen, die diesen Gedanken „Frau/ Dame“ für sich passend finden, andere sehen es anders. Jeder hat die Wahl.
          Motto des Blogs ist „einfach mal anders“ 🙂
          Herzlichst
          Manuela

          1. Die Zielsetzung ist mir absolut klar, dennoch die Frage bleibt unbeantwortet, welche Frau gerne als Dame … angeschreiben und angesprochen werden möchte.

            Erzählen möchte ich von einer Fügung, dass ich diese Woche in der Tat ein Paket erhalten habe, adressiert an „Dame Martina Feistel“. Auch die ANrede in dem Brief war Sehr geehrte Dame …“.
            Der Absender ein (von mir geschätzt) über 70-Jähriger Mann (oder Herr?!?).
            Anscheinend gab es vor längerem diese Anrede tatsächlich im üblichen Sprachgebrauch.
            Irriterit hat mich die ANredeform allemal, aber besonders die zeitliche Übereinstimmung mit dem Blog-Thema.
            Gibt es solche Zufälle? Oder liest dieser Mann/Herr den gleichen Blog? Eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich:-)

          2. Manuela Bach sagt:

            Hallo,
            natürlich weiß auch ich nicht welche Frauen gerne mit Dame angesprochen werden würde, aber vielleicht bringen wir es in Erfahrung, oder es melden sich noch welche zu Wort.
            Das mit Deinem Paket finde ich lustig, vielleicht liegt gerade was in der Luft, oder der Herr liest tatsächlich meine Blog.
            Im Übrigen habe ich auf Twitter eine Nachricht zum Thema Dame erhalten. Ganz früher hieß es Herrin, das lasse ich jetzt einfach mal so stehen 🙂
            Manuela

  3. Meine lieben Damen und Frauen!
    Da stellt sich mir doch tatsächlich die Frage, ob Herr Lagerfeld zukünftig wohl auch eher in Richtung Frauenmode geht, weil er befürchtet, dass seine Kreationen dämlich wirken könnten… HERRLICH! Wir sind ja jetzt knapp 1 Woche dabei die Frauenwelt ungefragt als Damen anzusprechen und haben viel mit unseren weiblichen (oh je – da steckt jetzt sogar ein „Weib“ drin…) Gegenübern gelacht! Es haben sich interessante Gespräche ergeben und die Damen haben sich über den Quergedanken mit dem Augenzwinkern aus einem anderen Blickwinkel gefreut. Ganz einfach ging mir „die Dame“ beim Schreiben auch nicht in die Tastatur – das zeigt mir, dass wir viele Dinge tun, nur weil wir sie so gelernt haben. Wir machen noch ein bisschen weiter – denn – inspiriert durch das Experiment haben wir nebenbei auch an anderer Stelle in unserem Unternehmen quergedacht – und das mit beachtlichem Erfolg! DANKE MANUELA!

  4. Karen Andreef sagt:

    Wir waren am Wochenende im Alten Kelterhaus in Alsheim und als die Bedienung uns das bestellte Essen brachte, stellte sie es mit den Worten:…..“für die Dame……..für den Herrn“ auf den Tisch.
    Das macht diese Dame immer so, es ist mir bisher nur noch nie was dabei auf/eingefallen. Außer dass es ungewöhnlich ist. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das in diesem Fall gut finde.

    1. Manuela Bach sagt:

      Auf jeden Fall ist die Dame ihren Kunden gegenüber wertschätzend. Ich finde es sehr höflich, dass sie Mann und Frau auf eine Stufe stellt. Bewußt oder unbewußt.

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