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Gesellschaft | Manuela Bach | 0 Kommentare

Digitale Hexenverbrennung

Da dachte ich Jahrzehnte lang, die Menschheit hätte sich weiterentwickelt.

Doch nachdem was ich in den sozialen Netzwerken beobachte, muss ich tatsächlich an die Hexenverbrennungen im Mittelalter denken. Welch eine Assoziation in der heutigen Zeit.

Rückschritt durch Fortschritt, oder wie?

Da wird verbal draufgehauen, gerne geht es um optische Themen. Besonders Frauen werden wegen des falschen Kleides, dem falschen Busen oder eines vermeintlich falschen Satzes so vehement angegriffen, dass ich mir nur verwundert die Augen reiben, beziehungsweise die Texte vom meinem Mobilgerät wischen kann.

Was ist da eigentlich los? Sind so viele frustrierte Menschen mittlerweile unterwegs, die nichts anderes zu tun haben? Versteckt hinter irgendwelchen digitalen Profilen, die einer Kutte ähneln, in der sich früher finstere Gestalten durch die Gassen gedrückt haben. Nichts anderes sind diese Profile.

Menschen, die meist nicht den Mumm haben zu zeigen wer sie wirklich sind.

Da sind wir beim nächsten Thema: Vielleicht wissen viele gar nicht mehr wer sie sind, weil sie glauben ganz anderes ein zu müssen, um überhaupt in der Medienwelt eine Daseinsberechtigung zu haben.  Da ploppen Argumente auf wie, die Beine sind zu kurz, die Haare zu dünn, die Klamotten falsch und so weiter und so fort. Da ist es praktisch sich hinter einem Pseudoprofil zu verschanzen und anderen den eigenen Frust auf deren Profile zu donnern. Können wir Menschen tatsächlich noch Medienrealität von der wirklichen Welt unterscheiden? Es wäre höchste Zeit diese Themen bereits in den Schulen zu behandeln.

Aktuellstes Beispiel ist Greta Thunberg. „Ach du lieber Himmel, sie verhält sich nicht umweltfreundlich“. Aber wie denn, wenn die Strukturen und Möglichkeiten von den Generationen davor nicht geschaffen wurden? Auch hier ist kritisieren so einfach. Handeln ist schwer, besonders wenn die meisten nur noch in ihre Smartphones tippen und sonst nix mehr tun. Es erfordert von jedem Einzelnen aufzustehen und anzupacken. Ich befürchte viele wissen gar nicht mehr wie das geht. Sie kennen das Erlebnis selbst etwas bewegt zu haben gar nicht mehr.

Ist nicht jetzt wieder die Zeit des Handelns gekommen? Klar, dabei können die sozialen Netzwerke helfen, aber halt auch nur helfen. Aktiv handeln muss jeder einzelne selbst, da hilft ununterbrochenes Smartphone schauen nun mal nicht.

Selbstwirksamkeit – erfahren und erleben

Einfach mal anders



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