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13. Oktober 2020 Gesellschaft | Manuela Bach | 2 Kommentare

SINNlose Digitalisierung

In aller Munde ist die Digitalisierung.

In den Schulen wird aufgerüstet, im Homeoffice steht alles bestens- und das ist noch nicht das Ende.

Interessanterweise werden nun durch die Corona Pandemie auch Veranstaltungen digitalisiert. Keine Flüge, was unserer Umwelt natürlich zugutekommt, aber auch Veranstaltungen in der näheren Umgebung, wie Kabaretts oder virtuelle Weinproben und andere Feste sind nur der Anfang.

Jetzt stell Dir vor, man wird in solch eine Welt hineingeboren oder wächst in der prägenden Zeit darin auf. Wo – frage ich Dich – werden unsere Sinne, die wir ja nicht grundlos erhalten haben, noch gefördert oder benötigt?

Das ist ein Gedanke, der sich bei mir festsetzt, seitdem ich nur noch von Investitionen in die Digitalisierung höre.

Warum haben wir unsere Sinne erhalten und vor allen Dingen, was wird im Gegenzug zur Digitalisierung getan, diese zu fördern und wenigstens zu erhalten?

Wenn schon Digitalisierung, dann bitte auch Programme zu Erhaltung unserer Sinne, denn diese sind für uns Menschen lebensnotwendig.

Sollten diese verkümmern, verschwinden unsere körpereigenen Seismografen für Gefahr, Liebe, Angst und viele weitere Gefühle, die das wirkliche Leben ausmachen. Logischerweise auch keine Empathie mehr. Was sind wir dann für Menschen? Entkoppelt vom Riechen, Tasten, Hören, Sehen und Schmecken? Denn gerade das Zusammenspiel der Sinne ist wichtig.

Kritiker können an dieser Stelle anführen, dass wir natürlich viel auf den Bildschirmen sehen und hören. Aber wenn Du richtig schaust, ist der Blick direkt in den Himmel mit Wolken doch auch sofort mit Hören und Riechen verbunden. Und da ist nichts gepixelt.

Alle, die Konzerte oder Fußballspiele besuchen, wissen um dieses Gefühl der kollektiven Freude, oder Enttäuschung, die sich in einer Menschenmenge ausbreitet. Dafür brauchen wir unsere Sinne, nichts davon kann ein virtuelles Erlebnis, seien die Effekte auch noch so gigantisch, hervorbringen. Sei doch mal an Geburtstagen oder an Weihnachten nur virtuell mit Deiner Familie oder Freunden zusammen und achte auf den Unterschied. Das ist im Übrigen etwas was uns in diesem Jahr an Weihnachten oder Silvester durch Corona sowieso bevorstehen könnte.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an meinen Blogbeitrag über Intuition? Übersetzt heißt das „gefühltes Wissen“.

Stell Dir vor, okay das ist jetzt etwas überspitzt, irgendwann stehst Du vor Menschen, die nur noch mit Wissen ausgestattet sind, aber Gefühle, die durch die Sinne entstehen, gar nicht mehr kennen?

Wenn wir unsere von der Natur gegebenen Sinne nicht fördern, werden wir höchstwahrscheinlich in einigen Jahren eine SINNeslose Generation antreffen, die nur auf künstliche Reize reagiert und dadurch wunderbar manipuliert werden kann – das macht mir Gänsehaut.

Einfach mal anders

Manuela:eyewall



2 Kommentare zu “SINNlose Digitalisierung”

  1. Ilse Heinsohn sagt:

    Stimme dem ganzen von Herzen bei

  2. Gastbeitrag sagt:

    Freue mich, dass es auch von Anderen gesehen/ gefühlt wird

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